Bujumbura (Burundi) - Während der Rest der Welt veraltete Sodomiegesetze endlich abschafft, hat Präsident Pierre Nkurunziza von Burundi vorige Woche eine Änderung des Strafgesetzbuchs unterzeichnet, die konsensuale homosexuelle Kontakte erstmals in der Geschichte des Landes mit Strafe bedroht. Der Strafrahmen beträgt bis zu 100.000 burundische Franken oder bis zu drei Jahren Haft.
Dem Gesetz waren mehrmonatige Diskussionen vorausgegangen. Das Parlament von Burundi hatte dem Entwurf im November zugestimmt, nach Protesten von Menschenrechtsgruppen hat der Senat hat den Entwurf im Februar abgelehnt, daraufhin kam es Anfang März zu von der Regierung initiierten homosexuellenfeindlichen Demonstrationen und die zweite Kammer des Parlaments überstimmte vorige Woche den Senat. Anschließend wurde das Gesetz sofort von Präsident Nkurunziza promulgiert. Nkurunziza lehnt selbst aus religiösen Gründen Homosexualität ab.
Menschenrechtsgruppen aus aller Welt protestierten bereits gegen das neue Gesetz, da es grundlegende Menschenrechte verletzt, gegen Völkerrecht verstößt und die AIDS-Prävention unnötig erschwert. In einem gemeinsamen Statement forderten Human Rights Watch, Amnesty International und 60 weitere Menschrenrechtsgruppen die Regierung von Burundi auf, das Gesetz umgehend außer Kraft zu setzen. Es verstoße gegen die Verfassung von Burundi, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die Afrikanische Menschenrechtscharta und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:
We consider the
law to violate the rights to privacy and freedom from discrimination
protected by Burundi's Constitution and enshrined in its international
treaty commitments, notably the International Covenant on Civil and
Political Rights, the African Charter on Human and Peoples' Rights, and
the Universal Declaration of Human Rights. We deeply regret that the
Burundian government has made a decision that writes human rights
violations into law.
We regret that the law will hamper Burundi's attempts to fight AIDS, by further marginalizing an at-risk population.
We
respectfully remind the Government of Burundi that according to the
United Nations Working Group on Arbitrary Detention, arrests on the
basis of sexual orientation are, by definition, human rights
violations. We will carefully monitor any arrests made on the basis of
this law.
Links: http://jurist.law.pitt.edu/paperchase/2009/04/burundi-urged-to-repeal-law.php
http://www.amnestyusa.org/document.php?id=ENGNAU2009042710365&lang=e
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hUnMVhCUrPNb11WBiUcf9wjalkKg
http://news.google.com/news?pz=1&ned=us&cf=all&ncl=1340596765
http://www.queer.de/detail.php?article_id=10335