Berlin - Im Roten Rathaus von Berlin kamen am Mittwoch auf Einladung des LSVD 24 Organisationen aus der Politik und Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft zusammen, um ein "Bündnis gegen Homophobie" zu gründen. Ziel des Zusammenschlusses ist es, Anfeindungen gegen gleichgeschlechtliche Lebensweisen als gesamtgesellschaftliches Problem zu thematisieren.
Zunächst gilt es, gegen zum Teil tief sitzende Vorurteile über Schwule und Lesben, aber auch Geschlechterklischees auszuräumen. So zeigte eine Studie des Sozialforschers Wilhelm Heitmeyer von 2007 auf, dass ein Drittel der Bevölkerung sich davor ekele, wenn sich Schwule küssten. Als Ursache für Homophobie macht Heitmeyer ausgeprägte Männlichkeitsbilder aus, die gleichgeschlechtliche Liebe nicht vorsieht, weltanschauliche Bedenken oder religiösen Fundamentalismus, der Homosexualität als Strafe Gottes auffasst. Diese Vorurteile will das "Bündnis gegen Homophobie" durchbrechen.
Mitglieder des Bündnis gegen Homophobie sind neben dem LSVD und weiteren schwul-lesbischen Vereinen Vertreter der Polizei und des Fußballverbandes, aber auch die Jüdische Gemeinde und der Zentralrat der Sinti und Roma. Stefan Otto vom Neuen Deutschland merkt in seinem Artikel vom 24. September kritisch an, dass einige relevante Gruppen und Persönlichkeiten nicht eingelagen wurden, so Saideh Saadat-Lendle von der Lesbenberatung LesMigraS und Zusammenschluss von türkischstämmigen Homosexuellen GLADT oder die Opferberatung Reach Out, die langjährige Erfahrung in der praktischen Antidiskriminierungsarbeit haben. Quelle: Neues Deutschland vom 24. September 2009
Link: http://www.neues-deutschland.de/artikel/156292.wider-die-homophoben-anfeindungen.html