Wien (qn) - Während der Webserver des Höchstgerichts von Iowa gestern unter dem Ansturm zusammenbrach und minutenlang nur Fehlermeldungen produzierte und die Anzahl der englischsprachigen Meldungen über die Verfassungswidrigkeit des Satzes "nur eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist gültig" bei Google-News minütlich anstieg (siehe Grafik rechts), scheinen sich die deutschsprachigen Medien nicht dafür zu interessieren.
Dies gilt gleichermaßen für Mainstream- wie für Szenemedien. Online-Standard, Kurier und einige weitere Tageszeitungen stellten gegen Abend eine knappe Agenturmeldung online [1], GGG.at formulierte etwas um. Die Schweizer News-Seite "Nachrichten.ch" brachte ebenfalls am späten Abend den Agenturbericht - garniert mit einem Foto von zwei maskierten und einem als Braut verkleideten Mann - ein fröhliches Foto, aber zum Anlass höchst unpassend. Es zeigt, was der oder die Redakteur_in von der "Homo-Ehe" hält.
Bei queer.de, Pride1, Gayboy, Rainbow.Online bis heute (Samstag) mittag nichts. Ebensowenig bei der taz oder anderen deutschen Zeitungen. Dass die Entscheidung an einem Freitag am frühen Nachmittag mitteleuropäischer Zeit veröffentlicht wurde, erleichterte den europäischen Medien die Arbeit natürlich nicht, aber der Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde angekündigt, man hätte sich also darauf einstellen können und Dank Nato-Gipfel war in den Redaktionen an Frühschluss ohnehin nicht zu denken.
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